Waldfunktionen im Dienstgebiet

Den Urmenschen bot er Schutz und Nahrung, Rohstoff für erste Werkzeuge und Waffen, Feuerholz und jagdbare Tiere.
Mit dem Sesshaftwerden wurden dem Wald Flächen für Ackerbau und Viehzucht abgerungen. Feste Behausungen bestanden überwiegend aus Holz, Boote für die ersten Fischer wurden aus Holz gefertigt und von den Bäumen geschnittenes Laub verfütterte man an das Vieh. Die zunehmende Bevölkerung begann den Wald zunächst in Siedlungsnähe und später großflächig immer intensiver zu nutzen. Die Herstellung von Metallen, Glas et cetera erforderte viel Energie, die man aus großen Mengen Holzkohle gewann. Salinen führten gegendweise zur großflächigen Abholzung.

Weidevieh und Stallstreu

Das Eintreiben von Weidevieh in den Wald verhinderte zunehmend die natürliche Verjüngung des Waldes und führte zu Verlichtungen und stark rückläufigen Holzerträgen.
Die abfallenden Blätter und Nadeln der Bäume wurden als Stalleinstreu genutzt, wodurch die für den Wald wichtigen Nährstoffe zusammen mit den Haustierexkrementen den Feldern zugeführt wurden. Baumrinde diente den Gerbern als wichtiger Grundstoff und Baumharze waren Ausgangsprodukte der ersten chemischen „Industrie“.

Zerstörte Wälder führen zu Holznot

Vor rund 250 Jahren waren die Wälder und Waldböden so devastiert, dass eine große Holznot drohte.
Zu dieser Zeit entstanden in Bayern die ersten Einrichtungen wie Forstschulen und spezielle Verwaltungen, die zu einer geregelten Waldnutzung führen sollten. Da die zunehmende Industrialisierung einen hohen Holzbedarf erforderte pflanzten die damaligen Forstleute aus der Not heraus robuste und schnellwachsende Nadelbäume v.a. Fichte und Kiefer.

Die Nachteile großflächiger Nadelholzkulturen ließen nicht lange auf sich warten

Dem Vorteil einer raschen und reichlichen Holzlieferung standen schadensanfällige Wälder gegenüber. Stürme, Schneebruch und Insektenfraß sorgten für Schäden auf Tausenden von Hektaren und hinterließen schwierig wiederaufzuforstende Flächen. Vielfach gelang unter den widrigen Umständen von Freiflächen mit Spätfrösten, Graswuchs, Mäusefraß und Verbiss durch Wild und Weidevieh wieder nur die Pflanzung von Nadelholz.
Solche wiederum sehr anfälligen Wälder werden seit Jahrzehnten konsequent in Mischbestände umgebaut, weil letztere nicht nur weniger schadensanfällig, sondern auch leistungsfähiger sind, was die Anforderungen der heutigen Gesellschaft angeht.

Waldfunktionsplanung

Neben der Nutzfunktion stehen die Schutz- und Erholungsfunktion. Die Waldfunktionsplanung, die in Bayern in den Jahren 1974 bis 1985 erstmals durchgeführt wurde und fortgeschrieben wird, weist Wälder aus, die von besonderer Bedeutung sind.

Schutz- und Erholungsfunktionen im Stadtgebiet Ingolstadt und im Landkreis Eichstätt

Bei der Waldfläche ergibt sich der Summenwert von über 100% wegen der Mehrfachfunktion vieler Wälder.
Waldfunktion Landkreis Eichstätt
Fläche in Hektar
Prozent der Waldfläche Stadt Ingolstadt
Fläche in Hektar
Prozent der Waldfläche
Bodenschutz 1.800 4 - -
Klima-, Immissions- und Lärmschutz 6.500 14 1.400 86
Straßenschutz 250 0,5 - -
Biotopschutz, Schutz des Landschaftsbildes, Naturwaldreservate, Schutz historisch wertvoller Waldbestände, Schutzfunktion für die Gesamtökologie 4.400 10 1.200 75
Wasserschutz 46.000 99 510 31
Erholung 6.000 13 750 40
Beste Erfüllung der Waldfunktionen
Ein hoher Waldanteil, große zusammenhängende Waldkomplexe aus standortsgerechten Beständen in naturnaher Bewirtschaftung sind wesentliche Grundlagen einer bestmöglichen Funktionenerfüllung.
Wald speichert Kohlendioxid
Immer bedeutsamer werden die Wälder auch in ihrer Funktion als Kohlenstoffsenke. Ihre CO2-Aufnahme aus der Atmosphäre, die langfristige Bindung dieses Treibhausgases als Kohlenstoff im Holz, der Ersatz endlicher, fossiler Brennstoffe durch nachwachsendes Holz sowie die Herstellung von Dämmstoffen aus Holz sind wichtige Beiträge zum Klimaschutz.
Bildungsort Wald
Zunehmend als bedeutsam erkannt werden die Wälder als erlebnisreiche Lern- und Bildungsorte für Nachhaltigkeit und ganzheitliches Denken und Handeln.