Neue Wälder als Beitrag zum Klimaschutz

Erstaufforstungsfläche

Die aktuell hohen Preise für landwirtschaftliche Flächen könnten die Zunahme neuer Erstaufforstungen durchaus zum Stehen bringen.

Da auf den neuen Waldflächen weder Bodenbearbeitung noch Düngung und schon gar keine Pestizideinsätze mehr stattfinden, stellt diese extensive Landnutzungsform eine gesamtökologische Verbesserung dar. Außerdem entziehen die neuen Wälder der Atmosphäre das klimaschädliche Treibhausgas Kohlenstoffdioxid (CO2) und speichern es als Kohlenstoff über Jahrzehnte in ihrem Holz.
Eine zunehmend intensive Durchwurzelung des Bodens und der jährliche Laubfall sorgen schon nach wenigen Jahrzehnten für strukturierte und humusreiche Waldböden, die sowohl die Stickstoffeinträge aus der Luft als auch Starkniederschläge gut binden können.
Eine positive Waldflächenbilanz ist ein wichtiger Baustein einer nachhaltigen Waldwirtschaft und damit ein wichtiges Signal für Länder mit rückgängigen Waldflächen.
Die häufigsten Rodungsgründe waren in Bayern in den letzten Jahren Infrastruktur- und sonstige Baumaßnahmen. Die größten Flächenverluste musste der Staatswald hinnehmen. Die ganz überwiegenden Erstaufforstungen fanden auf Privatgrund statt.

Art. 16 Abs. 1 BayWaldG
Antrag auf Erteilung einer Erstaufforstungserlaubnis

Richtlinien für die Durchführung des Erstaufforstungsverfahren
Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat Richtlinien für die Durchführung des Erstaufforstungsverfahrens erlassen. Die Richtlinien können bei den Kreisverwaltungsbehörden, Ämtern für Ländliche Entwicklung, Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), den Forstdienststellen und bei den Gemeinden eingesehen werden. Dort werden auf Wunsch auch nähere Auskünfte erteilt.
Erstaufforstung ist erlaubnispflichtig
Jede Erstaufforstung (Saat oder Pflanzung von Waldbäumen auf bisher nicht forstlich genutzten Grundstücken) ist nach Art. 16 des Waldgesetzes für Bayern erlaubnispflichtig. Das gleiche gilt für die Anlage von Christbaum- und Schmuckreisig sowie Kurzumtriebskulturen (Energiewälder).
Antragsformulare
Antragsformulare liegen bei den oben genannten Dienststellen aus. Die Anträge sollen möglichst bei den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eingereicht werden, können aber auch an die Kreisverwaltungsbehörden oder die Gemeinden gerichtet werden.
Notwendige Angaben
Um das Verfahren zu beschleunigen sollte der Antrag alle notwendigen Angaben (siehe Antragsformular) sowie die Zustimmung der Verfahrensbeteiligten (Unterschrift) oder zumindest deren Anschriften enthalten. Verfahrensbeteiligte sind die Eigentümer und Nutzungsberechtigten (z.B. Pächter) der an das Aufforstungsgrundstück angrenzenden Grundstücke. Mit dem Antrag sollte auch ein Lageplan möglichst im Maßstab 1:5.000 vorgelegt werden, aus dem die Lage der Aufforstungsfläche und die Lage und Nutzungsart der benachbarten Grundstücke ersichtlich ist.
Entscheidung über Antrag
Das AELF leitet den Antrag dann mit der Bitte um Stellungnahme an die Kreisverwaltungsbehörde, die zugleich Untere Naturschutzbehörde ist, weiter. Das AELF hört - soweit notwendig - die Gemeinde und weitere Behörden, z.B. das Wasserwirtschaftsamt oder das Amt für Ländliche Entwicklung, wenn das Grundstück z.B. in einem Wasserschutz-gebiet liegt oder in ein Flurbereinigungsverfahren einbezogen wurde. Das AELF entscheidet schließlich im Einvernehmen mit der Kreisverwaltungsbehörde über den Erstaufforstungsantrag. Soweit notwendig kann eine Erlaubnis dabei durch Auflagen (z.B. Freihaltung bestimmter Teilflächen, Baumartenwahl oder ähnliches) eingeschränkt werden.
Anträge möglichst frühzeitig einreichen
Anträge sollen möglichst frühzeitig (mindestens drei Monate) vor der beabsichtigten Erstaufforstung eingereicht
werden, um einen reibungslosen Ablauf des Verfahrens zu ermöglichen.

Antrag Erstaufforstung Dauergrünland pdf 831 KB